26.01.2012

Wiedergefundene Texte: Vielleicht von 1998

Die folgenden Texten wurden von meinem Bruder Torstn Kauke beim Archiv-Aufräumen wieder enrdeckt. Ob sie vielleicht schon einmal veröffentlicht wurde bleibt nachzuprüfen.

1.

Eine reiche Witwe beschloß eines Tages - wohl aus Einsamkeit - ihre Wohnung für den öffentlichen Durchgangsverkehr als für geöffnet zu erklären. Sie ließ Türen und Fenster rund um die Uhr weit geöffnet.

Auf dem städtischen Verkehrsamt erklärte sie dem zuständigen Sachbearbeiter die Vorteile der Maßnahme, entlastete sie doch enorm die ohnehin schon arg mitgenommen und ständig verstopften Straßen der Stadt. Der Sacharbeiter strengte sich gut an, der Dame die Flause auszureden, aber selbst das Argument, dass ihre Gesundheit unter der Zugluft in ihrer Wohnung leiden würde, brachte die Witwe nicht von ihrem Vorhaben ab.

2.

Die reiche Witwe staunte nicht schlecht, als der erhoffte Durchgangsverkehr auch nach Wochen ausblieb. Zwar hatte sie genug Hinweisschilder in der Umgebung aufgestellt, doch sei ihre Eingangstüre so niedrig, wie sie vermutete, dass die eher großwüchsigen Bewohner der Stadt abgeschreckt würden, die dolle Abkürzung zu benutzen.

3.

In einer weltumfassenden Abstimmung gab die Menschheit die Erklärung ab, die Aussage, der Mensch sei die Krone der Schöpfung, sei ein Irrtum. Weiterhin wurde bekannt gegeben, dass die Menschheit sich nun nicht mehr um die Belange des Tierschutzes, der Pflanzenerhaltung und des Umweltschutzes kümmern werde. Auch Wettervorhersagen und Waldbrandbekämpfung befänden sich nicht mehr im Aufgabenfeld der Menschheit, hieß es in einer Pressemitteilung der Menschheit.

4.

Der Tag, an dem Gevatter Dachs sich den Knöchel verstauchte, als er gegen eine tückische Wurzel trat, endete damit, dass er zu seinem Freund, dem Gevatter Hase bei einem Gläschen Wein sagte: "Hol's der Fuchs!"

03.01.2012